Depressiver Anfall

Heute geht es mal um den depressiven Anfall. Den hatte ich dem Beitrag über Anfälle vergessen zu erwähnen. Ich habe an den ehrlich gesagt nicht gedacht. In diesem Moment, in dem ich diesen Beitrag schreibe, habe ich einen. Ich werde euch jetzt an meinen Gedanken teilhaben lassen.

In diesem Beitrag werden depressive Gedanken stehen. Wenn du also gerade nicht sehr stabil bist, empfehle ich dir, diesen Beitrag wann anders oder gar nicht zu lesen. Ich werde hier jetzt ganz offen schreiben.

Was ist ein depressiver Anfall?

Ein depressiver Anfall sieht bei mir so aus, dass ich aus dem Nichts plötzlich verdammt traurig bin. Gerade war noch alles gut und ich war stabil. Dann ging ich ins Badezimmer und wollte mich Bett fertig machen. Ich guckte in den Spiegel und lächelte. Doch plötzlich lief mir die erste Träne über die Wange. Ich weiß immer noch nicht, warum das geschah. Es gibt keinen ersichtlichen Grund. Ich wurde komplett kalt. Gefühle existierten nicht mehr. Alles ist trist. Alle Farben sind verschwunden. Lächeln? Was ist das? Keine Chance ein Lächeln hervorzubringen. Ich gebe mir wirklich Mühe. Allerdings ist es leider erfolglos. Mittlerweile ist der Zeitpunkt gute zwei Stunden her und ich sehe keine Besserung.

Ich bin einfach traurig und weiß nicht, warum ich es bin. Alles ergibt plötzlich keinen Sinn mehr. Ich stelle alles infrage, was ich bisher getan habe und was ich für Pläne für die Zukunft habe. Ich sehe einen dunklen Tunnel. Zumindest denke ich, dass es ein Tunnel ist. Ich sehe das Ende nicht. Es ist kein Licht zu sehen. Ich sehe Emotionslos aus. Das einzige was ich kann, ist traurig sein und weinen. Allerdings ist es kein gewöhnlicher Anfall. Ich habe diese innere Anspannung nicht. Dafür habe ich die innere Leere. Ich habe aber auch nicht den Drang dazu, mir Schmerzen zuzufügen. Fühlen tue ich mich noch. Ich bin bloß traurig.

Was mache ich bei einem depressiven Anfall?

Das ist eine gute Frage. Ich würde sie ja überspringen, aber ich habe sie gerade selber aufgestellt. Es ist unterschiedlich. Manchmal kämpfe ich dagegen an. Ich habe so ein Lied entdeckt, welches ich mir dann gerne anhöre, um meine Laune zu verbessern. Es ist zwar überhaupt nicht mein Musikgeschmack, aber der Text von diesem Lied, baut einen einfach auf. Finde ich zumindest. Ich rede von dem Lied Everybody von Keith Urban.

Dieses Lied kann ich allerdings nur ungefähr 3-5 Mal hören. Danach zieht es mich eher wieder runter. Wenn ich merke, dass der Punkt erreicht ist, wechsle ich das Genre. Da ich durch meine Brüder mit Technobase aufgewachsen bin, können mich Lieder aus dieser Richtung sehr beruhigen. Momentan bin ich aber eher eine Stufe weiter und höre dann eher Lieder aus dem Hardstyle Bereich. Das bringt mich runter, bis ich wieder eine neutrale Stimmung habe und danach bereitet es mir automatisch gute Laune. Zumindest läuft es so ab, wenn alles gut läuft.

Manchmal habe ich aber keine Kraft, dagegen anzukämpfen und will es irgendwie auch nicht. Zu weinen kann wirklich befreiend sein und es kann wirklich guttun. So ist es diesmal auch der Fall. Ich habe also alles gelassen wie es ist und habe einfach weitergemacht. Dann kam ich an den Punkt, an dem ich wirklich weinen musste. Dann hatte ich den Drang dazu, alte traurige Lieder anzumachen und stieß dann auch auf eine Playlist bei YouTube mit solchen Liedern. Während die Lieder durchlaufen, konnte ich dann wirklich weinen. Ich kann nämlich nicht immer weinen. Das ist irgendwie etwas komisch.

Entweder stabilisiere ich mich dann ganz von alleine oder ich muss doch noch etwas nachhelfen. Oft hilft es mir einfach alles aufzuschreiben, was ich gerade denke. Mal mache ich das an meinem Laptop und Mal mit Zettel und Stift. Als ich mal nichts davon hatte, schrieb ich auch auf meinem Handy einen Text. Manchmal behalte ich die Texte und manchmal lösche ich sie. Oder verbrenne sie oder zerreiße sie. Wenn ich mir alte Texte durchlese, während ich gerade gute Laune habe, ist es wirklich erschreckend, was für Gedanken ich manchmal habe. Auch nach einem depressiven Anfall kann ich mich nicht mehr an alles erinnern.

Was sind diesmal meine Gedanken?

Heute habe ich mich wieder einmal gefragt, wieso ich das alles durchmachen muss. Warum ausgerechnet ich? Gibt es doch sowas wie ein vorheriges Leben? Wenn ja, muss ich ja eine grauenhafte Person gewesen sein. Wie schlimm muss ich gewesen sein, um in meinem jetzigen Leben so viel durchmachen zu müssen? War ein Vergewaltiger? Ein Pädophiler? Oder doch ein Mörder? Was ist, wenn ich alles war? Wäre ich ein Vergewaltiger gewesen, würden die zwei Vergewaltigungen wenigstens Sinn machen, die ich durchmachen musste. Es ist ein ekelhaftes Gefühl. Ich habe es verstanden und ich muss es wirklich kein drittes Mal durchmachen. Auch wenn es fast drei gewesen wären.

Ich fühle mich so alleine. Warum fühle ich mich so? Ich weiß doch ganz genau, dass ich es nicht bin. Ich habe ganz besondere Freunde, die immer für mich da sind. Meine Familie würde mir bestimmt auch immer die Hand reichen, wenn ich alleine wirklich nicht mehr aufstehen kann.

Wann endet der ganze Kram endlich? Langsam kann ich echt nicht mehr. Ich weiß nicht, wie lange ich noch standhalten kann. Warum bekomme ich denn nichts Gescheites auf die Reihe? Achja… Das liegt an der Krankheit, die mich festhält und von der ich mich immer noch nicht befreit habe. Hätte ich fast nicht vergessen. Die Krankheit macht mir das Leben schwer. Ich habe wirklich keine Lust mehr, aber ich kann die Krankheit nicht einfach gewinnen lassen, wenn ich schon so lange gegen sie kämpfe. Den Sieg gönne ich ihr nicht. Diese ganzen psychischen Krankheiten gewinnen leider schon viel zu oft. Immer wieder begeht jemand Selbstmord. Mich bekommt sie aber nicht. Wie man so schön sagt: „Unkraut vergeht nicht!“.

Depressiven Anfall überstanden

Langsam bekomme ich wieder etwas Stabilität. Ich fange wieder an, kräftiger zu werden und positiver zu denken. Nach fast 3 Stunden, habe ich diesen depressiven Anfall scheinbar überwunden. Ich kann wieder lächeln. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man merkt, dass man es überstanden hat. Plötzlich singe ich die Lieder nicht mehr weinend mit, sondern lächelnd. Ich fühle mich frei und stärker als vorher. Emotionen sind wieder zu spüren und zu sehen. Ich bin jetzt wieder zufrieden. Allerdings ist auch ein depressiver Anfall sehr anstrengend und ich werde mich jetzt erstmal etwas ausruhen.

Letzte Worte für heute

Ich hoffe, dass ich euch wenigstens einen kleinen Einblick in einen depressiven Anfall geben konnte. Verwechselt einen depressiven Anfall aber nicht mit einer Depression. Von Depressionen spricht man erst, wenn man mindestens 2 Wochen lang, die Symptome einer Depression aufweist. Bei mir ging es jetzt bloß ungefähr 3 Stunden, aber dafür stark ausgeprägt. Jetzt geht es mir aber wieder gut. Zudem ist jeder depressive Anfall bei mir unterschiedlich ausgeprägt. Der heutige depressive Anfall war auf einer Skala von 1 (kurz etwas traurig) bis 10 (über Stunden hinweg nur am Weinen ohne, dass ich es kontrollieren kann) wohl bloß eine 7. Ich hatte also schon weitaus schlimmere, aber auch viel entspanntere. Hattet ihr auch schon einmal einen depressiven Anfall?

Tanja Verfasst von:

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